Die Situation sieht folgendermassen aus: Die UBS stand am Abgrund, der Staat hilft, knüpft jedoch kaum Bedingungen an diese Hilfe, weil das in Windeseile zusammengeschusterte und von einer bürgerlichen Mehrheit durch das Parlament gewinkte Paket war, was es war. Inzwischen holt man sich bei der Bank, die immer noch an der schwächlich-mitleidigen Infusion des Bundes hängt, Experten ans Ruder, die so sehr Experten sind, dass sie sich abfällig über Politiker äussern. Dies ist für jedermann verständlich – wenn nicht Leute sich so äusserten, deren Denken und deren Kumpanen gerade weitaus Grösseres als die Eidgenossenschaft und ihre "Politiker" in den Sand gesetzt haben. Kaspar "Nomen est omen" Villiger und Herr Grübel sind auch so sehr Expertem, dass sie ihren Komplizen ("Mitarbeitern") gleich einmal einen Startbonus gewähren. Bundesgelder, die nicht an die vielen Entlassenen gehen, sondern den Entlassenden, den "Experten", die den Architekten des ganzen Desasters zum Verwechseln ähnlich sehen und ähnlich denken, gehen? Solches Treiben müsste man abwürgen.
Das sollten eigentlich sogar die geistig umnachtetsten Parlamentarier erkennen – doch wenn ein entsprechender Vorstoss der Linken im Ständerat wegen eines SVP-Politikers (im übelsten Sinne beider Wörter), der für seinen Vorschlag der Abweisung sogar Kritik aus den eigenen Reihen erntete (!!!), der FDP und sogar gewissen CVP-Vertretern durchfällt, wird einem endlich wieder einmal klar, wie erbärmlich entscheidungsschwach, mutlos – alteingesessen die Bürgerlichen zu weiten Teilen sind. Während bei der CVP zum Teil eine gutmütig-vertrottelte Empörung über die überrissenen Gehälter für finanzielle Bruchpiloten herrscht und man diese mit der Welt teilt, bevor man wieder zum einzigen Punkt im Parteiprogramm zurückkehrt ("FAMILIE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"), bleibt jener Haufen, der doch tatsächlich einmal treibende Kraft in unserem Land war, uneinsichtig bis zur Blindheit: Die FDP. Vielleicht sollte den ach so schlauen Verteidigern des freien Marktes einmal erklärt werden, dass der freie Markt beim Eingriff des Staates, vor allem, wenn er so direkt erfolgt wie bei der UBS, aufhört, freier Markt zu sein und man sich vielleicht gewissen Forderungen des Staats fügen müsste bzw. seitens des Staats das Recht hätte, solche aufzustellen. Doch der Staat fordert nicht – dank dem wiederholten Versagen des Mitte-Rechts-Gefüges insgesamt und einer ganz bestimmten Partei, die vollkommen zu Recht (und hoffentlich zur Gänze) in die Bedeutungslosigkeit abschmiert.
Nicht einmal die bäuerlich-neoliberale SVP mit ihrem Chefökonom Blocher wirkt beim Aufstellen ihrer Milchbüechlirechnungen und populistischen Patentrezepten bei Wirtschaftsfragen so ungeschickt, so überholt und gescheitert wie die FDP. Es gärt im Volk, die Wut auf die sogenannten Finanzexperten, die den Gegenbeweis ihres Expertentums in den letzten Monaten dutzend-, hundert- und tausendfach geliefert haben, wird hochkochen – und hoffentlich bei den nächsten Nationalratswahlen diese wahrhaft verkümmerte Partei von der nationalen Ebene entfernen. Verdient hätte sie es – so sehr, wie die von ihnen durch Feigheit und Inkompetenz verteidigten Boni für die Investmentbanker der UBS unverdient sind. Wer so von freiem Markt durchdrungen ist, dass er dessen offensichtlichstes Ende, den (von der FDP zunächst sogar geforderten und in all seiner nur von der Linken erkannten Unzulänglichkeit unterstützten!) Eingriff des Staats nicht mehr sieht, gehört wegen seiner so offensichtlich inexistenten Weitsicht aufs politische Abstellgleis.
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen