24. Juni 2010

Der Fusspylz-Friedenspreis

(Dieser Text wurde als Teil eines vor Sportlehrern aufgeführten Comedyprogramms entworfen und ist, da ursprünglich gesprochen, von der Sprache her recht… deutlich und, man wagt es fast nicht zu sagen, politisch stellenweise beinahe ein wenig inkorrekt.)


 

Es freut mich ausserordentlich, die Laudatio für unseren neuen Friedensnobelpreisträger zu halten: Adolf Wichser-Hurensen. Herr Wichser-Hurensen hat fast sein gesamtes Leben damit verbracht, für etwas mehr political correctness und Anstand zu sorgen. Wer klopfte Mao damals auf die Finger, als er in einer Rede sagte, er wolle "die Scheiss-Eierköpfe abmurksen"? Niemand anders als Adolf Wichser-Hurensen, meine Damen und Herren, der auch einen kommunistischen Diktator durch anständiges Zureden dazu bringen kann, seine Forderung zu "Tötet alle Intellektuellen" umzuwandeln. Und wer brachte damals den Internationalen Gerichtshof dazu, den Gebrauch des Ausdrucks "schwuler mongoloider Negerkrüppel" im öffentlichen Raum bei Todesstrafe zu verbieten? Wer formulierte gesellschaftsfähige Versionen wüster Beleidigungen? Niemand anders als Adolf Wichser-Hurensen! Wie würde wohl heute ohne ihn folgendes klingen: "Du der Masturbation zugetaner Sohn einer Kurtisane, der du eine inzestuöse Beziehung mit selbiger pflegst" – nicht auszudenken, meine Damen und Herren, nicht auszudenken!

Adolf Wichser-Hurensen setzte sich auch für die Achtung vor anderer Leute Eigentum als zentraler Bestandteil von Respekt und Anstand ein: Er drohte einmal einem Sprayer, er "reisse [ihm] den Arsch bis zur Fresse" auf, wenn er nicht aufhöre, fremdes Eigentum mutwillig zu beschädigen. Man kann Adolf Wichser-Hurensen diesen unanständigen Ausbruch im Kampf für Anstand nachsehen – bei so viel Zivilcourage darf einem in der Hitze des Gefechts doch einmal etwas rausrutschen!

Wer, ausser Adolf Wichser-Hurensen, hätte so couragiert Noterziehungsmassnahmen ergriffen, als er einen Knaben sah, der seinen Kameraden als "behindert" bezeichnete? Dank Adolf Wichser-Hurensen wird der Mund dieses Jungen niemals wieder jemanden beleidigen – oder irgendwas anderes tun.

Erheben Sie nun Ihre Gläser für Adolf Wichser-Hurensen! Für den Mann, der uns näher zu einer Endlösung in der Frage der politisch Inkorrekten brachte! Zum Wohl!

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